E-Rechnungspflicht: Wirtschaftsverbände fordern Nachbesserungen beim BMF-Entwurf
Die E-Rechnungspflicht ist seit dem 1. Januar 2025 Realität — zumindest was die Empfangspflicht betrifft. Doch die Umsetzung sorgt weiterhin für Unsicherheit. Acht Wirtschaftsverbände, darunter die DIHK, der BDI und der ZDH, haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den BMF-Entwurf zur E-Rechnungspflicht scharf kritisiert.
Wir fassen zusammen, was das für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet.
Wer steht hinter der Stellungnahme?
Die Stellungnahme wurde von acht Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft unterzeichnet:
- DIHK — Deutscher Industrie- und Handelskammertag
- BDI — Bundesverband der Deutschen Industrie
- ZDH — Zentralverband des Deutschen Handwerks
- BDA — Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
- BdB — Bundesverband deutscher Banken
- GdV — Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- HDE — Handelsverband Deutschland
- BGA — Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen
Wenn diese acht Verbände gemeinsam Stellung beziehen, hat das Gewicht. Die Botschaft ist klar: Die Wirtschaft sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf.
Die wichtigsten Kritikpunkte
1. Kleine und mittlere Unternehmen werden überproportional belastet
Die Verbände warnen, dass kleine und mittlere Unternehmen von den organisatorischen und technischen Anforderungen besonders hart getroffen werden. Während Großunternehmen eigene IT-Abteilungen haben, müssen Handwerker, Freiberufler und kleine Dienstleister die Umstellung oft allein stemmen.
2. Unklare praktische Umsetzung
Zentrale Fragen sind laut der Stellungnahme noch nicht geklärt:
- Validierung: Wie wird sichergestellt, dass eine E-Rechnung den Standard erfüllt? Wer haftet bei Fehlern?
- Sammelrechnungen: Wie werden monatliche Sammelrechnungen korrekt als E-Rechnung abgebildet?
- Archivierung: Welche konkreten Anforderungen gelten für die GoBD-konforme Aufbewahrung?
3. Rechtsunsicherheit durch offene CEN-Norm
Die europäische Norm EN 16931, auf der XRechnung und ZUGFeRD basieren, wird aktuell noch überarbeitet. Die Verbände kritisieren, dass Unternehmen bereits jetzt investieren müssen, obwohl sich die technischen Grundlagen noch ändern können.
4. Zusätzliche GoBD-Anforderungen befürchtet
Die Wirtschaftsverbände befürchten, dass das BMF über die E-Rechnungspflicht hinaus zusätzliche Anforderungen an die maschinelle Auswertbarkeit stellen könnte. Das würde den Aufwand für Unternehmen weiter erhöhen.
Was die Verbände fordern
Die Stellungnahme enthält fünf konkrete Forderungen:
-
Bestehende Erleichterungen beibehalten — Die aktuellen Vereinfachungsregeln (§ 31 UStDV, § 17 UStG) sollen auch im neuen System gelten.
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Staatliches Validierungstool bereitstellen — Unternehmen sollen eine kostenlose Möglichkeit bekommen, ihre E-Rechnungen auf Korrektheit zu prüfen. Mit klar definierten „Geschäftsregeln”.
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Praxisgerechte Behandlung von Sonderfällen — Sammelrechnungen und Korrekturen (Bemessungsgrundlagenänderungen) müssen praxistauglich geregelt werden.
-
Flexiblere Übergangsregelungen für kleine und mittlere Unternehmen — Die aktuellen Fristen reichen für viele kleine Unternehmen nicht aus. Die Verbände fordern mehr Zeit und branchenspezifische Lösungen.
-
Keine zusätzlichen GoBD-Anforderungen — Die E-Rechnung soll die Buchhaltung vereinfachen, nicht verkomplizieren.
Der Zeitplan: Was gilt wann?
Zur Einordnung — hier der aktuelle Stand der E-Rechnungspflicht (ausführlich in unserem Komplettleitfaden zur E-Rechnungspflicht 2027):
| Datum | Was passiert |
|---|---|
| 1. Januar 2025 | Alle Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können |
| 1. Januar 2027 | Versandpflicht für Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 € |
| 1. Januar 2028 | Versandpflicht für alle Unternehmen |
Ausnahmen bei der Ausstellungspflicht: Kleinunternehmer (§ 19 UStG), Kleinbetragsrechnungen (bis 250 €) und Fahrausweise. Die Empfangspflicht gilt jedoch für alle — auch für Kleinunternehmer.
Was bedeutet das für dein Unternehmen?
Die Stellungnahme zeigt: Selbst die größten Wirtschaftsverbände Deutschlands sehen die Umsetzung kritisch. Umso wichtiger ist es, jetzt eine Lösung zu haben, die funktioniert — und die sich anpasst, wenn sich die Regeln ändern.
Worauf du achten solltest:
- XRechnung und ZUGFeRD müssen beide unterstützt werden — je nach Empfänger wird ein anderes Format verlangt.
- Validierung ist entscheidend. Wenn deine Rechnung den Standard nicht erfüllt, kann sie vom Empfänger abgelehnt werden.
- GoBD-konforme Archivierung ist Pflicht — 10 Jahre, revisionssicher, mit Audit Trail.
- DATEV-Export spart dir und deinem Steuerberater massive Zeit bei der Übergabe.
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Quelle: DIHK — E-Rechnungspflicht 2025: Stellungnahme der Wirtschaftsverbände zum BMF-Entwurf (veröffentlicht am 07.08.2025, zuletzt aktualisiert am 13.03.2026)